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Kommt ein Glasfaser-PoP geflogen

Bild 1: Am 19.7.2017 fand in Zorneding die Aufstellung der PoP-Glasfaser-Verteiler statt – zunächst direkt am Gewerbegebiet im Ortsteil Pöring. Hier auf dem Bild sieht man noch die ausgehobene und nivellierte Baugrube …
(Foto: Peter Pernsteiner)

Endlich geht in Zorneding der Glasfaserausbau los

Deutsche Glasfaser hat am 19.7.2017 die beiden PoP-Glasfaserverteilerstationen aufgestellt. Damit beginnt jetzt die nächste Phase des FTTH-Projektes für Zorneding.

– Reportage von Peter Pernsteiner

Viele Bürger von Zorneding und Umgebung haben sich schon gefragt, wann denn nun Deutsche Glasfaser mit dem Ausbau loslegt. Am 13.2.2017 wurde ja bereits die Nachfragebündelung erfolgreich abgeschlossen und die geforderte Anschlussquote von 40 Prozent der Haushalte erfüllt. Dann wurde es nach außen hin immer ruhiger und so mancher zweifelte schon, ob überhaupt noch was passiert. Auch von den bereits per Post und E-Mail bei den Kunden angekündigten Hausbegehungen von Seiten der Deutsche Glasfaser fanden bis dato kaum welche statt. Das hing wohl sehr wesentlich davon ab, dass noch Vertragsdetails mit dem Generalunternehmer für die Tiefbauarbeiten und die Hausanschlussarbeiten geklärt werden mussten. Jetzt ist es aber endlich so weit. Martin Herkommer von Deutsche Glasfaser nannte mir als Generalunternehmer die VPT Consulting GmbH in Scholen.

Bild 2: … inzwischen ist der PoP-Container per LKW an der Baustelle eingetroffen. Das sorgt natürlich für Gesprächsstoff – hier ist Harry Birnstiel (links) mit Michael Jäger von Zorneding.TV (rechts) zu sehen …
(Foto: Peter Pernsteiner)

Vor wenigen Wochen kam dann die erlösende Nachricht, dass am 19.7.2017 die beiden PoP-Glasfaserverteiler (Point of Presence) aufgestellt werden. Gespannt kamen dann auch viele Bürger um 9 Uhr in die Georg-Münch-Straße im Zornedinger Gewerbegebiet (Ortsteil Pöring) und blickten zunächst neugierig in die vorbereitete Baugrube neben dem Wertstoffcontainer-Platz sowie auf den bereits parat stehenden Schwerlastkran der Firma Klema aus München. Bald darauf rollten zwei Sattelschlepper heran – einer mit dem PoP-Container und einer mit den Gegengewichten für den Kran.

Solche Gegengewichte sind wirklich erforderlich, denn der PoP wiegt stolze 25 Tonnen. Mich hat das auch ein wenig erstaunt, denn mit 6,5 x 2,5 Metern ist der Container in etwa so groß, wie eine Fertiggarage. Bei genauerer Betrachtung ist dieses hohe Gewicht aber kein Wunder, denn der Container wird in den Niederlanden ist komplett vormontiert und braucht nur noch in die entsprechend nivellierte und vorverdichtete Baugrube gestellt werden. Deshalb hat der Container auch eine integrierte dicke Betonplatte – quasi als Fundament-Ersatz. dann folgt unten ein etwa 60 cm hoher Fehlboden-Bereich, der später im Erdreich verschwindet und für die Anschlussverkabelung dient. Darüber folgt ein Stahlrahmengestell, auf dem sich herausnehmbare Steinplatten befinden. Und darüber sind im Container auch schon die Racks für die Glasfaser-Teilnehmerverkabelung sowie weitere Komponenten enthalten. Sogar schon eine Notstromversorung und eine Klimaanlage sind ab Werk im Container vormontiert. Und natürlich hat der drei Meter hohe Container auch schon eine integrierte Regenrinne sowie einen seitlich angebauten Stromanschluss-Kasten. Außen ist der Container schließlich im Ziegelstein-Look verklinkert – in Pöring mit roten Steinen und in Zorneding passend zum Garagenhof mit weißen Steinen.

Bild 3: … jetzt hängt der 25 Tonnen schwere Container bereits am Kranhaken …
(Foto: Peter Pernsteiner)

Der Container wird für die Platzierung einfach nur an vier integrierten Deckenhaken „an die Leine genommen“ und in die Baugrube gesetzt. Diese Arbeiten erfolgten durch ein darauf spezialisiertes Team eines Generalunternehmens, das sich auf die Aufstellung von PoPs spezialisiert hat und allein für Deutsche Glasfaser in Bayern schon an zehn Standorten aktiv war. Hinzu kommen weitere Glasfaser-Standorte in Bayern von den zu Deutsche Glasfaser gehörenden Unternehmen Sacoin und UnserOrtsnetz. Die eigentliche Aufstellung des Containers war dann auch nach weniger als 15 Minuten erledigt

Ansprachen des Bürgermeisters und von Deutsche Glasfaser auf YouTube zu sehen

Danach folgten zwei Ansprachen von Martin Herkommer (Regionalmanager Bayern und Baden-Württemberg bei Deutsche Glasfaser), und Piet Mayr (1. Bürgermeister von Zorneding). Martin Herkommer betonte, dass in Zorneding von Anfang an große Begeisterung und Zustimmung für die Glasfaser bestand. Für ihn ist diese Veranstaltung „quasi der Startpunkt für den Ausbau“. Er betonte, dass von diesen Standorten aus die Glasfaser bis in jedes Haus kommt und erwähnte bei dieser Gelegenheit stolz, dass Deutsche Glasfaser seit einer Woche den Privatkunden sogar ein Gigabit pro Sekunde anbietet, was bislang kein anderer in Deutschland anbietet.

Bild 4: … kommt ein PoP geflogen – nur noch weniger als zwei Meter Höhenunterschied …
(Foto: Peter Pernsteiner)

Piet Mayr zeigte sich ebenfalls sehr stolz und berichete unter anderem über einen netten Kommentar eines Bürgers zum heutigen Tag: „Ein kleiner Schritt für die Deutsche Glasfaser und ein großer Schritt für Zorneding.“ Er bedankte sich auch bei den vielen Multiplikatoren im Ort für die Forcierung des Projektes und bekundete, dass „in schätzungsweise einem Jahr wird Zorneding sehr schnell und zwar mit Lichtgeschwindigigkeit am Netz hängen“. Er ist stolz auf diesen „Standortvorteil für Zorneding“. Wer die beiden Ansprachen komplett sehen will, findet sie auf dem YouTube-Kanal https://www.youtube.com/PeterPernsteiner oder unter diesem Direktlink. Nach der symbolischen Schaufelaktion der beiden Sprecher gab es noch eine kleine Steh-Brotzeit und am Nachmittag wurde dann auch noch der zweite PoP in Zorneding in der Herzog-Arnulf-Straße aufgestellt.

Zwei PoP-Container für fast 6000 Anschlüsse

Die beiden Container haben im Netz der Deutsche Glasfaser unterschiedliche Aufgaben. Der PoP in Pöring ist ein „Verteilerknotenpunkt“. Er dient sowohl der Backbone-Anbindung an das Internet also auch zur Glasfaser-Teilnehmerverkabelung für die Kunden in Pöring, Ingelsberg und Wolfesing. Zudem gehen von diesem Container aus zahlreiche Glasfasern mit jeweils 10 GBit/s zum Container in Zorneding. Der PoP in Zorneding ist ein reiner „Endknotenpunkt“ und hat eine Anschlusskapazität von 4000 Teilnehmern, während der PoP in Pöring aus Platzgründen nur auf 1846 Teilnehmer ausgelegt ist. Dennoch dürfte die Kapazität beider PoPs in unserer Gemeinde für längere Zeit reichen, weil wir aktuell ja nur ca. 4200 Haushalte haben, von denen auch bisher nur etwas mehr als 40 Prozent einen Anschluss bestellt haben.

Bild 5: … die letzten Zentimeter muss alles sehr behutsam ablaufen …
(Foto: Peter Pernsteiner)

Wo genau die Anbindung des Pöringer PoP an das Backbone-Netz erfolgt, steht derzeit noch nicht fest, weil noch nicht endgültig entscheiden ist, beim wem Deutsche Glasfaser angeschlossen wird. In Diskussion sind unter anderem Vodafone und NGN-Telecom. Sollte die Anbindung über NGN-Telecom erfolgen, wäre ein möglicher Trassenverlauf vom Gewerbegebiet zur Unterführung am Weiher nach Süden zum Sonnenweg und von dort aus am Wasserwerk vorbei nach Aich  bei Oberpframmern. Als Baubeginn hierfür ist Mitte August geplant – mit Hilfe des Generalunternehmers für Zorneding.

In Zorneding und seinen Ortsteilen ist zudem geplant, dass es ca. 50 bis 60 „Distriubition Points“ geben soll – das sind kleine Verteilerkästen, in denen Glasfaserstränge vom PoP dann faserweise auf die Wohnungen verteilt/rangiert werden. In diesen Distribution Points werden deshalb auch keine aktiven Komponenten benötigt und somit auch kein Stromanschluss. Wenn die Verlegearbeiten zwischen dem Pöringer und Zornedinger PoP starten, sollen übrigens auch gleich in diesem Rahmen entlang der betroffenen Trasse alle Häuser mit abgeschlossenem Glasfaservertrag angebunden werden. Wann diese Häuser dann tatsächlich ins Internet können, hängt natürlich davon ab, wie schnell die beiden PoPs miteinander verbunden sind und wann die Backbone-Anbindung abgeschlossen ist.

Vier Tarife zur Auswahl

Eines steht aber bereits jetzt fest. Alle Privatkunden haben die Wahl zwischen folgenden vier Glasfaser-Paketen

  • DGbasic mit 100 MBit/s (symmetrisch, aber ohne Telefon-Festnetz-Flatrate)
  • DGclassic mit 200 MBit/s (symmetrisch inklusive Telefon-Festnetz-Flatrate)
  • DGpremium mit 500 MBit/s (symmetrisch inklusive Telefon-Festnetz-Flatrate)
  • DGgigia mit 1000 MBit/s (Download bzw. 500 MBit/s upload und inklusive Telefon-Festnetz-Flatrate)
Bild 6: … nachdem der PoP am richtigen Platz steht, gibt es nun kurze Ansprachen von Martin Herkommer (Deutsche Glasfaser, links) und Piet Mayr (Bürgermeister von Zorneding, rechts), die auch in einem YouTube-Video unter diesem Link zu sehen/hören sind …
(Foto: Peter Pernsteiner)

Zudem ist noch jetzt möglich, beispielsweise bei Birnstiel EDV & Kommunikation einen Vertrag mit Deutsche Glasfaser abzuschließen, für den keine Hausanschlusskosten berechnet werden (solange die Bagger nicht in der entsprechenden Straße mit den Bauarbeiten begonnen haben). Außerdem kann jeder, der bereits seinen Vertrag für das Zornedinger Netz abgeschlossen hat, noch in einen der neuen Tarife wechseln.

Für Geschäftskunden gibt es bis dato vier Business-Tarife mit Preisen zwischen 249,90 und 999,90 Euro monatlich, allerdings ist damit zu rechnen, dass bald auch eine Art Business-Light-Tarifvariante kommen wird, die ähnlich wie die kleinen Businesstarife der Telekom und anderer Betreiber für kleinere Unternehmen und Freiberufler interessant und hoffentlich auch ebenso attraktiv ist.

Weitere Informationen zum Glasfaserprojekt, zu den Anschlusskomponenten und vielem mehr finden Sie hier auf Birnstiel.de Homepage unter diesem Link!

Bild 7: … nach den Ansprachen wurden bereits unzählige Leerrohre vom Zwischenboden ins Erdreich vor dem Container gelegt …
(Foto: Peter Pernsteiner)
Bild 8: … der Zwischenboden des Containers ist 60 cm hoch und wird durch schwere Platten abgedeckt …
(Foto: Peter Pernsteiner)
Bild 9: … das Innere des PoP-Containers ist bereits mit diverser Technik samt Klimaanlage und Notstromversorgung bestückt. Hier auf dem Foto hat der Fachournalist Peter Pernsteiner (links) noch Detailfragen, auf die Martin Herkommer (rechts) natürlich kompetent anworten konnte …
(Foto: Paul Pernsteiner)
Bild 10: … am Nachmittag des 19.7.2017 ging es dann in Zorneding in der Herzog-Arnulf-Straße mit der Aufstellung des zweiten PoP weiter. Hier kommt gerade der Container herangerollt …
(Foto: Peter Pernsteiner)
Bild 11: … und auch hier hat der Schwerlastkran gut zu tun. Auf dem Foto holt er sich gerade von einem zusätzlichen Sattelschlepper eines seiner Gegengewichte …
(Foto: Peter Pernsteiner)
Bild 12: … jetzt steht auch hier in Zorneding der PoP am vorgesehenen Platz direkt neben einem Garagenhof. Hier auf dem Foto ist Harry Birnstiel (links) mit der CSU-Gemeinderätin (Steffi Berndlmeier, zweite von links), der CSU-Ortsvorsitzenden Jutta Sirotek und dem Deutsche Glasfaser-Vertriebsleiter Benjamin Ogles zu sehen.
(Foto: Peter Pernsteiner)