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Fritzbox 7580 im Praxistest

Bild 1: Dank einer neuen Gehäuseform und einer Wandhalterung gibt es bei der Fritzbox 7580 einen vernünftigen Wandabstand zur besseren Luftzirkulation.
(Foto: Peter Pernsteiner)

Leistungsfähiger Router für Highspeed-Internet

Ein Praxistest von Peter Pernsteiner

AVM lässt sich – wie viele andere Hersteller auch – immer wieder neue Router einfallen. Das aktuelle Top-Modell des Herstellers ist die Fritz!Box 7580. Sie ist prädestiniert für Hochgeschwindigkeits-Internetzugänge mit VDSL-, Vectoring- oder Glasfaser-Anschluss und hat auch ansonsten einiges zu bietenvon Peter Pernsteiner

Der Technikfortschritt macht auch vor Internet-Routern nicht Halt. So hat AVM sein bisheriges Top-Modell 7490 im Herbst um die FRITZ!Box 7580 ergänzt. Das ist auch die erste Fritzbox in einem vollkommen neuen Gehäusedesign. Die 7490 hing noch direkt an der Wand und sorgte so wegen ihrer warmen Abluft recht schnell für unschöne dunkle Staubstreifen. Beim neuen Senkrecht-Design bleiben jetzt 47 Millimeter Luft zur Wand. Damit hat die Box ringsherum auch mehr Luft zum Abkühlen. Gleichzeitig sind dadurch auch automatisch die integrierten WLAN- und DECT-Funkantennen weiter weg von der Wand. Im Test am selben Installationsort hat sich dadurch die Reichweite spürbar verbessert. Aber auch bei Aufstellung der Fritzbox auf einen Tisch erweist sich die neue Gehäuseart als wesentlich besser – sowohl im Hinblick auf die Wärme-Abführung als auch für die WLAN- und Schnurlostelefon-Reichweite, weil auch hier die Antennen weiter weg von beispielsweise einem Regalboden sind.

Die Abmessungen der neuen Fritzbox betragen 241 x 37 x 167 mm und sind damit fast gleich geblieben. Das neue Design hat aber den kleinen Nachteil, dass man zum Anschluss von Netzteil, Netzwerkkabeln, Telefonen und einem der beiden USB-Sticks immer die 7580 vorübergehend aus der Wandhalterung ausklinken muss. Lediglich an den seitlichen zweiten USB-3.0-Port kommt man wie bisher von der Seite ran. Etwas schade, aber natürlich ebenfalls verkraftbar ist, dass die neue Fritzbox für die Wandmontage einen anderen Lochabstand benötigt, als die 7490.

Nur noch für die IP-Telefonie geeignet

Bild 2: An der linken Seite hat die Fritzbox 7580 einen bequem erreichbaren USB-3.0-Slot für einen Speicherstick.
(Foto: Peter Pernsteiner)

Während die Firtzbox 7490 auch noch an konventionellen Analog- oder ISDN-Telefonanschlüssen einsetzbar war, eignet sich die neue 7580 ausschließlich für Anschlüsse mit IP-Telefonie. Wer also beispielsweise demnächst von so einem normalen Telefonanschluss auf einen Glasfaseranschluss umsteigt, muss mit dem Einsatz der neuen Fritzbox bis zur Inbetriebnahme des neuen Anschlusses warten. Nachdem aber ohnehin so mancher Kunde bei seinem bisherigen Netzbetreiber noch eine längere Rest-Vertragslaufzeit hat, bis der Telefonanschluss auch umgeschaltet wird, ist es für diesen vorübergehenden Parallelbetrieb ohnehin sinnvoll, dass man dann einfach den alten Router am bisherigen Anschluss belässt und den neuen Router für den Anschluss an das Glasfasernetzabschlussgerät vorbereitet.

Die 7580 ist für ADSL-, VDSL- und Vectoring-Anschlüsse bis 100 MBit/s geeignet. Im Gegensatz zur 7490 gibt es jetzt aber eine zusätzliche WAN-Buchse, die man per Ethernetkabel an ein DSL-, Kabel-TV- oder Glasfasermodem anschließt. Laut AVM ist dieser Anschluss tatsächlich fit für einen Gigabit-WAN-Internetanschluss, also beispielsweise auch für die zwei neuen Highspeed-Tarife von Deutsche Glasfaser mit 200 MBit/s (DG calssic 200 zum Preis von 49,99 Euro inklusive Telefon-Festnetz-Flatrate) bzw. 500 MBit/s (DG premium 500 für 79,99 Euro monatlich – ebenfalls inklusive Telefon-Flat). Bei der 7580 stehen damit alle vier Gigabit-Ethernet-Port fürs Heimnetz zur Verfügung.

Bild 3: Blick auf das Anschlussfeld der Fritzbox 7580.
Oben von links nach rechts: Netzteilbuchse, vier Gigabit-LAN-Anschlüsse (RJ45), Gigabit-WAN-Anschluss (RJ45), ISDN-S0-Bus (RJ45), zwei Analogtelefon-Anschüsse (RJ11), DSL-Anschlus (RJ45).
Unten von links nach rechts: USB-3.0-Buchse, zwei TAE-Buchsen für Analogtelefone mit TAE-Stecker.
(Foto: Peter Pernsteiner)

Die WLAN-Geschwindigkeit wurde bei der 7580 ebenfalls deutlich erhöht:
bei 2,4 GHz sind per WLAN-N mit bis zu 800 MBit/s möglich (450 MBit/s bei der 7490)
– bei 5 GHz sind jetzt gemäß WLAN-AC-Standard bis zu 1733 MBit/s möglich (1300 MBit/s bei der 7490).

Neu ist auch, dass die 7590 den Multi-User-MIMO-WLAN-Betrieb ermöglicht und damit gleichzeitig bis zu vier schnelle WLAN-Datenströme bedienen kann. Außerdem kann die Fritzbox (wie schon die 7490) einen WLAN-Gastzugang (privater Hotspot) realisieren, der natürlich eine separate Kennung und ein eigenes Passwort hat. Auf Wunsch kann auch eine individuelle Vorschaltseite für diesen Gastzugang realisiert werden und zudem könnte man auch eine Zustimmung von Nutzungsbedingungen realisieren.

Sparsam im Verbrauch

Schließlich wurde auch noch das Steckernetzteil mit 40 Prozent höherer Ausgangsleistung dimensionniert und bietet jetzt 3,5 A bei 12 Volt. Trotz höherer Leistungsfähigkeit blieb die 7590 beim Stromverbrauch sehr sparsam – im normalen Bereitschaftsbetrieb mit DECT, WLAN, einen passiven ISDN-Telefon, zwei Analogtelefonen, einem USB-Stick und zwei im Einsatz befindlichen LAN-Ports brauchte sie lediglich 11 Watt – das sind weniger als 100 Kilowattstunden pro Jahr, also beim aktuellen Strompreis von 25 Cent pro Kilowattstunde unter 25 Euro pro Jahr.

Die weiteren Schnittstellen der 7590 blieben wie bisher:
interner S0-Bus für ISDN-Telefone,
zwei a/b-Ports für analoge Telefone, Faxgeräte etc.,
zwei schnelle USB-3.0-Ports für Drucker oder Netzwerkspeicher
– integrierte DECT-Basisstation für bis zu sechs Schurlostelefone.

 

Bild 4: Zur Wandmontage der Fritzbox 7580 liegt eine Halteplatte mit Arretierhaken bei, die über veir Langlöcher zur einfachen Montage und Ausrichtung verfügt.
(Foto: Peter Pernsteiner)

Wie bisher sind auch wieder bis zu fünf Anrufbeantworter in der Fritzbox konfigurierbar und innerhalb des Heimnetzes stellt die Fritzbox einen komfortablen Mediaserver zur Verfügung über den man beispielsweise im Haus Musik, Fotos und Videos verteilen kann. Ebenfalls wie bisher kann die Fritzbox auf dieser Basis Internet-Radioprogramme, E-Mails und RSS-Nachrichten-Feeds bereitstellen, die man beispielsweise bequem im Garten von einem AVM-DECT-Handy, wie dem Fritz!Fon C5 abrufen kann.

Ebenfalls wie gehabt, ist die Fritzbox 7580 vorbildlich schnell und einfach via Browser konfigurierbar. Die Telefonieunterstützung ist auch wieder ausgesprochen komfortabel, weil neben bis zu sechs DECT-Geräten, zwei Analogapparaten und mehreren ISDN-Telefonen am S0-Bus auch IP-Telefone und Smartphones via WLAN und kostenloser App als Nebenstellen einsetzbar sind. Den höchsten Heimnetz-Telefonkomfort bietet das DECT-Telefon FRITZ!Fon-C5, denn es kann ganz nebenbei auch noch auf den Mediaserver der Fritzbox, auf Internet-Radioprogramme und auf RSS-Nachrichten sowie E-Mails zugreifen.

Fazit: Die Fritzbox 7580 kostet zwar 289 Euro (UVP inkl. MwSt.) und ist damit deutlich teurer, als die 7490 inzwischen erhältlich ist, hat dafür aber auch einiges mehr zu bieten. Zudem hat sie eine höhere WLAN- und DECT-Reichweite.

Mehr über die Fritz!Box 7580: avm.de/produkte/fritzbox/fritzbox-7580

Und die kompletten technischen Daten der 7580 gibt es hier: avm.de/produkte/fritzbox/fritzbox-7580/technische-daten

Bild 5: Wenn man die Fritzbox 7580 an die Wand hängen will muss man sie von oben in die Arretierhaken einfädeln …
(Foto: Peter Pernsteiner)
Bild 6: … und dann langsam unten gegen die Wand drücken, bis sie deutlich spürbar einrastet.
(Foto: Peter Pernsteiner)
So sieht die Fritzbox 7580 von unten aus, wenn sie an der Wand hängt.
(Foto: Peter Pernsteiner)